Die Welt des Espressos hat viele Facetten – und eine davon trägt den Namen Gaggia Classic Pro. Wer den perfekten Einstieg in die Siebträger-Welt sucht oder nach einer zuverlässigen Espressomaschine für den Heimgebrauch Ausschau hält, stößt früher oder später auf dieses Modell. Doch was macht die Gaggia Classic Pro so besonders, und wo liegen ihre Grenzen? Dieser Test liefert eine fundierte Einschätzung.
- Technische Daten der Gaggia Classic Pro auf einen Blick
- Espresso-Ergebnisse: Geschmack, Crema und Temperaturstabilität
- Reinigung & Wartung: Alltagstauglichkeit für Kaffee-Enthusiasten
- Modding-Potential: Upgrades für die Gaggia Classic Pro
- Vergleich: Gaggia Classic Pro vs. Konkurrenzmodelle im Preissegment
- Pro & Contra der Gaggia Classic Pro: Stärken und Schwächen im Check
- Für wen lohnt sich die Gaggia Classic Pro?
- FAQs – Häufig gestellte Fragen zur Gaggia Classic Pro
- Wie lange dauert es, bis die Gaggia Classic Pro einsatzbereit ist?
- Kann man mit der Gaggia Classic Pro auch Milchschaum für Cappuccino zubereiten?
- Ist die Gaggia Classic Pro anfängerfreundlich?
- Muss die Gaggia Classic Pro regelmäßig entkalkt werden?
- Welche Mühle passt zur Gaggia Classic Pro?
- Lässt sich die Gaggia Classic Pro auch mit E.S.E.-Pads verwenden?

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Technische Daten der Gaggia Classic Pro auf einen Blick
Die Gaggia Classic Pro ist eine semi-professionelle Siebträgermaschine, die sich durch ihre robuste Verarbeitung und ihren klassischen Aufbau auszeichnet. Vor allem Heim-Baristas schätzen das Modell aufgrund seiner Langlebigkeit und der Möglichkeit, manuelle Kontrolle über den Espressobezug zu erlangen. Technisch bleibt die Maschine weitgehend auf das Wesentliche reduziert – ganz im Sinne eines puristischen Espressogenusses.
Grundlegende Spezifikationen
- Leistung: 1.500 Watt
- Pumpe: Vibrationspumpe mit 15 bar Druck
- Boiler-Typ: Single-Boiler-System
- Aufheizzeit: ca. 5-10 Minuten
- Wassertank: 2,1 Liter Fassungsvermögen
- Siebträger: 58 mm Durchmesser, Edelstahl
- Maße (B x H x T): ca. 24 x 38 x 24 cm
- Gehäusematerial: Edelstahl gebürstet
- Gewicht: ca. 8 kg
Bedienfeld und Benutzerführung
Die Gaggia Classic Pro verzichtet bewusst auf ein Display oder programmierbare Tasten. Stattdessen stehen drei Kippschalter zur Verfügung: für die Stromzufuhr, den Espressobezug und den Dampfbetrieb. Eine kleine LED-Anzeige informiert über den Betriebsstatus. Diese Minimalistik spricht Nutzer an, die sich auf das Wesentliche konzentrieren möchten.
Dampfdüse und Milchaufschäumer
Die Maschine ist mit einer klassischen Edelstahl-Dampfdüse ausgestattet, die zwei Lochöffnungen besitzt. Damit lassen sich bei entsprechender Übung feinporiger Milchschaum und Latte Art realisieren. Der Schwenkarm ist beweglich und bietet ausreichend Spielraum für unterschiedliche Kannenpositionen.
Wartungsfreundlichkeit durch Aufbau
Der modulare Aufbau der Gaggia Classic Pro mit Schraubverbindungen und klar zugänglichen Bauteilen erleichtert den Zugang zu Boiler, Pumpe und Dichtungen. Ersatzteile sind zahlreich erhältlich, was langfristig zur Werterhaltung beiträgt – ein Pluspunkt für alle, die ihre Maschine über Jahre hinweg selbst pflegen möchten.
Lieferumfang
- Siebträger mit zwei Ausläufen (58 mm)
- Drei Siebeinsätze (für E.S.E.-Pads, Einzel- und Doppelbezug)
- Messlöffel mit Tamper-Kombination (Kunststoff)
- Bedienungsanleitung
Optional ist auch Zubehör wie ein bodenloser Siebträger oder ein hochwertiger Tamper empfehlenswert, um das volle Potenzial der Gaggia Classic Pro auszuschöpfen.
Vorteile
Nachteile
Espresso-Ergebnisse: Geschmack, Crema und Temperaturstabilität
Beim entscheidenden Punkt – dem Espresso-Ergebnis – zeigt die Gaggia Classic Pro, was in ihr steckt. Trotz ihres vergleichsweise günstigen Preises liefert sie Resultate, die nah an professionelle Maschinen heranreichen können – vorausgesetzt, der Mahlgrad, die Bohnenqualität und die Zubereitungstechnik stimmen. Der manuelle Betrieb verlangt zwar Übung, eröffnet aber gleichzeitig den Weg zu einer individuellen Espresso-Entfaltung.
Geschmacksprofil und Extraktion
Mit frisch gemahlenem Kaffee und dem passenden Tampdruck lässt sich ein vollmundiger, ausgewogener Espresso mit der Gaggia Classic Pro brühen. Die Maschine extrahiert bei richtiger Einstellung eine angenehme Süße, deutliche Röstaromen und gelegentlich fruchtige Nuancen, abhängig von der Bohnenwahl. Dabei zeigt sich ein gutes Maß an Körper und Tiefe – vor allem bei helleren Röstungen ein echter Vorteil.
Stabilität der Brühtemperatur
Die Temperaturstabilität ist ein oft diskutierter Punkt bei Single-Boiler-Maschinen wie der Gaggia Classic Pro. Zwar gibt es kein PID-System im Werkszustand, dennoch bleibt die Temperatur im Extraktionsprozess weitgehend stabil. Dieses manuelle Vorheizen und gezielte Timing zwischen Heizelement und Bezug erfordert Erfahrung, kann aber gute Resultate liefern.
Brühdruck und Shot-Konsistenz
Der Pumpendruck der Gaggia Classic Pro liegt bei bis zu 15 bar – werkseitig allerdings leicht über dem Idealwert für Espresso. Mit einem OPV-Modding (Überdruckventil-Anpassung) lässt sich der Brühdruck auf die gewünschten 9 bar optimieren, was zu gleichmäßigeren und balancierteren Shots führt. Ohne Modifikation kann es gelegentlich zu einer Überextraktion kommen, besonders bei feinem Mahlgrad.
Fazit zur Espressoqualität
Die Espresso-Ergebnisse der Gaggia Classic Pro sind bemerkenswert – insbesondere für Einsteiger, die bereit sind, sich mit dem Handwerk auseinanderzusetzen. Wer sich Zeit für das Feintuning nimmt, wird mit geschmacklich überzeugenden Ergebnissen belohnt, die sich nicht vor teureren Maschinen verstecken müssen.

Reinigung & Wartung: Alltagstauglichkeit für Kaffee-Enthusiasten
Eine Espressomaschine wie die Gaggia Classic Pro will nicht nur richtig bedient, sondern auch regelmäßig gepflegt werden. Wer dauerhaft saubere und geschmacklich konstante Ergebnisse erzielen möchte, kommt um die Reinigung und Wartung nicht herum. Die gute Nachricht: Die Gaggia Classic Pro ist im täglichen Umgang relativ unkompliziert, erfordert aber in bestimmten Bereichen ein wachsames Auge.
Tägliche Reinigung
Nach jedem Einsatz sollte der Siebträger ausgespült und das Sieb von Kaffeeresten befreit werden. Auch die Brühgruppe selbst verdient Aufmerksamkeit – ein kurzer Leerbezug hilft, Kaffeepartikel und Öle auszuspülen. Die Dampfdüse sollte unmittelbar nach dem Milchaufschäumen mit einem feuchten Tuch abgewischt und anschließend kurz durchgeblasen werden, um Milchrückstände zu verhindern.
- Sieb und Siebträger: Nach jedem Bezug reinigen und trocken lagern
- Brühgruppe: Täglich mit Wasser durchspülen
- Dampfdüse: Sofort nach Gebrauch reinigen und durchspülen
- Abtropfschale: Regelmäßig leeren und abspülen
Wöchentliche und monatliche Pflege
Je nach Nutzungsintensität empfiehlt sich ein wöchentlicher Rückspülvorgang mit einem Blindsieb und speziellem Espressomaschinen-Reiniger. Auch der Duschsiebträger und die Brühkopfdichtung sollten regelmäßig inspiziert werden. Der Wassertank sollte wöchentlich gereinigt werden, um Biofilm oder Kalkbildung zu vermeiden.
Entkalkung und Langzeitpflege
Da die Gaggia Classic Pro über keinen integrierten Wasserfilter verfügt, ist regelmäßiges Entkalken besonders wichtig – vor allem bei hartem Leitungswasser. Die Entkalkungsfrequenz hängt stark von der Wasserqualität ab, kann aber bei häufigem Gebrauch alle zwei bis drei Monate nötig werden. Dabei ist Vorsicht geboten: Ein unsachgemäßes Entkalken kann die Pumpe oder den Boiler beschädigen.
- Tank leeren und mit Entkalker-Wasser-Gemisch befüllen
- Maschine aufheizen lassen
- Mehrere kurze Bezüge über Brühgruppe und Dampfdüse durchführen
- Danach gründlich mit klarem Wasser spülen
Wartungsaufwand für Fortgeschrittene
Die Gaggia Classic Pro ist beliebt bei Hobby-Bastlern, auch weil viele Teile wie die Brühkopfdichtung, das Magnetventil oder der Duschsiebträger einfach zugänglich und austauschbar sind. Für regelmäßige Wartung empfiehlt sich ein Blick unter die Haube – im wahrsten Sinne des Wortes. Mit einem Schraubendreher lässt sich das Gehäuse öffnen, um Verschleißteile zu überprüfen und gegebenenfalls zu tauschen.
Pflegeleicht, aber nicht wartungsfrei
Zusammenfassend ist die Gaggia Classic Pro durchaus alltagstauglich, erfordert jedoch ein gewisses Maß an Pflegebewusstsein. Wer sich an einen regelmäßigen Reinigungsplan hält, wird mit konstant hoher Espressoqualität belohnt und verlängert die Lebensdauer seiner Maschine deutlich. Besonders für ambitionierte Nutzer mit handwerklichem Interesse ist sie in Sachen Wartung eine dankbare Begleiterin.
Modding-Potential: Upgrades für die Gaggia Classic Pro
Die Gaggia Classic Pro ist nicht nur ein Klassiker unter den Einsteiger-Siebträgermaschinen, sondern auch ein wahres Paradies für Tüftler. Wer sich intensiver mit der Materie auseinandersetzt, entdeckt schnell das enorme Modding-Potenzial dieses Modells. Vom simplen Austausch einzelner Komponenten bis hin zu tiefgreifenden technischen Veränderungen – die Möglichkeiten sind vielfältig und lassen sich individuell an den eigenen Anspruch anpassen.
PID-Controller für präzisere Temperatursteuerung
Eines der beliebtesten Upgrades ist der Einbau eines PID-Controllers. Die Gaggia Classic Pro besitzt werkseitig keine digitale Temperaturkontrolle – das kann bei sensiblen Espressosorten zu Schwankungen führen. Mit einem PID-System lässt sich die Brühtemperatur präzise einstellen und konstant halten, was zu reproduzierbareren Ergebnissen und einer besseren Geschmacksausbeute führt.
- Vorteil: Mehr Konsistenz und Kontrolle bei der Extraktion
- Nachteil: Der Einbau erfordert technisches Verständnis und ist nicht offiziell von Gaggia unterstützt
OPV-Modifikation (Brühdruck-Anpassung)
Die werkseitige Druckeinstellung der Gaggia Classic Pro liegt bei etwa 12 bis 15 bar – deutlich über dem idealen Espresso-Wert von 9 bar. Mit einer sogenannten OPV-Modifikation (Over Pressure Valve) lässt sich der Brühdruck anpassen. Das Resultat: Gleichmäßigere Extraktion, besserer Geschmack und weniger Channeling im Puck.
Bodenloser Siebträger (Bottomless Portafilter)
Der Wechsel auf einen bodenlosen Siebträger zählt zu den einfachsten und effektivsten Upgrades. Er erlaubt eine direkte Sicht auf die Extraktion und macht Fehler wie ungleichmäßige Verteilung oder Channeling sichtbar. Gleichzeitig verbessert sich das Crema-Ergebnis spürbar – optisch und geschmacklich.
Upgrade der Dampfdüse
Wer regelmäßig Milchgetränke zubereitet, wird früher oder später die originale Dampfdüse als Schwachpunkt empfinden. Viele Nutzer tauschen sie gegen die Rancilio Silvia Dampfdüse aus – eine beliebte Mod, die mehr Kontrolle und feineren Milchschaum ermöglicht. Das Upgrade ist relativ einfach umzusetzen und bringt eine deutliche Verbesserung im Handling.
Optisches Tuning und Individualisierung
Neben funktionalen Upgrades bietet die Maschine auch Spielraum für ästhetische Modifikationen: Holzgriffe für Siebträger und Dampfregler, farbige Seitenteile oder gravierte Tassenablagen verleihen der Gaggia Classic Pro eine ganz persönliche Note. Diese optischen Anpassungen haben zwar keinen Einfluss auf die Espressoqualität, steigern aber den Spaßfaktor bei der Nutzung.
Vergleich: Gaggia Classic Pro vs. Konkurrenzmodelle im Preissegment
Im Segment der Siebträgermaschinen unter 500 Euro trifft die Gaggia Classic Pro auf eine Reihe starker Mitbewerber. Modelle wie die DeLonghi Dedica, Rancilio Silvia oder Sage Bambino Plus bieten jeweils eigene Stärken und Schwächen. Wer sich für eine Espressomaschine in dieser Preisklasse interessiert, sollte daher genau hinsehen – insbesondere bei Aspekten wie Verarbeitung, Temperaturstabilität, Dampfkraft und Modding-Möglichkeiten.
Gaggia Classic Pro vs. De’Longhi Dedica EC685
Die DeLonghi Dedica EC685 ist eine kompakte, einsteigerfreundliche Maschine mit Thermoblock-Technologie und automatischer Temperatursteuerung. Sie punktet durch ihre schmale Bauweise und einfache Bedienung. Im Vergleich dazu bietet die Gaggia Classic Pro ein robusteres Gehäuse, mehr Modding-Spielraum und besseren Espressogeschmack – allerdings auf Kosten des Komforts.
- DeLonghi: kompakt, schneller betriebsbereit, günstig
- Gaggia: bessere Espressoqualität, langlebiger, erweiterbar
Gaggia Classic Pro vs. Rancilio Silvia
Die Rancilio Silvia bewegt sich am oberen Ende des Preissegments und wird oft als „nächster Schritt“ nach der Gaggia gehandelt. Sie bietet mehr Masse, eine leistungsfähigere Dampfdüse und deutlich bessere Temperaturkonstanz. Allerdings ist sie teurer und für viele Einsteiger technisch überfordernd. Die Gaggia Classic Pro ist günstiger, kompakter und bietet eine flachere Lernkurve – besonders in Kombination mit Upgrades.
- Rancilio: stärkere Dampfleistung, solide Temperaturstabilität, hochwertiger Aufbau
- Gaggia: günstiger, modifizierbar, bessere Preis-Leistung für Einsteiger
Gaggia Classic Pro vs. Sage Bambino Plus
Die Sage Bambino Plus gilt als Technologiewunder in der Einsteigerklasse. Mit ihrer sehr schnellen Aufheizzeit bietet sie beeindruckenden Komfort. Wer Wert auf Benutzerfreundlichkeit legt, wird hier fündig. Die Gaggia Classic Pro bietet hingegen ein traditionelleres Barista-Erlebnis mit mehr Kontrolle – und erfordert dadurch mehr Übung.
- Sage: sehr einsteigerfreundlich, äußerst schnelle Aufheizzeit
- Gaggia: manuelles Barista-Feeling, robuster Aufbau, erweiterbar durch Modding
Verarbeitungsqualität im Vergleich
Hier punktet die Gaggia Classic Pro mit ihrem Edelstahlgehäuse, massiven Schaltern und einem soliden Siebträger. Viele günstigere Modelle verwenden Kunststoffkomponenten, was sich langfristig auf die Lebensdauer auswirken kann. Die Gaggia vermittelt insgesamt einen wertigeren Eindruck als Maschinen mit Thermoblock-Technologie und Plastikgehäuse.
Modding-Freundlichkeit
Kaum ein Modell in dieser Preisklasse lässt sich so individuell anpassen wie die Gaggia Classic Pro. Während bei anderen Maschinen häufig Garantiesiegel brechen oder geschlossene Bauweisen Modifikationen erschweren, lädt die Gaggia förmlich zum Aufrüsten ein. Ersatzteile und Zubehör sind leicht erhältlich, und eine große Community liefert Tipps und Anleitungen.
Pro & Contra der Gaggia Classic Pro: Stärken und Schwächen im Check
Die Gaggia Classic Pro hat sich nicht ohne Grund einen festen Platz in der Heim-Barista-Szene erarbeitet. Doch auch wenn sie vielfach gelobt wird, ist sie nicht für jeden der perfekte Begleiter. Wer die Maschine objektiv betrachtet, erkennt sowohl klare Stärken als auch einige Punkte, die Anlass zur Kritik geben – je nach Erwartung und Erfahrungslevel.
Pro: Was die Gaggia Classic Pro richtig macht
- Hochwertige Verarbeitung: Das robuste Edelstahlgehäuse und der massive Siebträger sorgen für Langlebigkeit und ein professionelles Gefühl bei der Bedienung.
- 58 mm Siebträger: Der Standarddurchmesser erlaubt den Einsatz von Profi-Zubehör wie Präzisionssieben und Tampern – ideal für ambitionierte Nutzer.
- Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis: In ihrer Preisklasse bietet die Gaggia Classic Pro eine erstaunlich gute Espressoqualität – besonders nach etwas Übung und optionalen Upgrades.
- Modding-Freundlichkeit: Ein großes Plus für alle, die ihre Maschine individualisieren wollen. PID, OPV, neue Dampfdüse – fast alles ist möglich.
- Einsteigerfreundlich mit Entwicklungsspielraum: Auch wenn die Lernkurve anfangs steil erscheint, eröffnet die Maschine Raum zur Weiterentwicklung.
Contra: Wo die Gaggia Classic Pro Schwächen zeigt
- Kein PID im Werkszustand: Temperatur-Schwankungen sind spürbar und müssen durch „Temperature Surfing“ ausgeglichen werden – das erfordert Erfahrung und Zeit.
- Limitierte Dampfkraft: Die werkseitige Dampfdüse reicht für gelegentlichen Cappuccino, doch wer regelmäßig feinporigen Milchschaum möchte, wird enttäuscht sein – ein Upgrade ist fast Pflicht.
- Lautstärke durch Vibrationspumpe: Beim Bezug macht sich die Pumpe akustisch deutlich bemerkbar. Das kann störend sein, besonders morgens oder in hellhörigen Wohnungen.
- Keine automatischen Funktionen: Kein Timer, kein Display, keine volumetrische Steuerung – alles muss manuell erfolgen. Wer Komfort sucht, ist hier falsch.
- Single-Boiler-Einschränkungen: Es kann nicht gleichzeitig gebrüht und gedampft werden. Das Umschalten zwischen den Modi kostet Zeit und Geduld.
Abwägung der Stärken und Schwächen
Die Gaggia Classic Pro ist kein Alleskönner, aber ein Spezialist – vor allem für Puristen, die den Espresso bewusst selbst steuern möchten. Ihre Schwächen liegen vor allem im Komfortbereich, nicht jedoch in der Kernkompetenz: der Espresso-Zubereitung. Wer bereit ist, sich mit der Technik auseinanderzusetzen, wird mit Ergebnissen belohnt, die in dieser Preisklasse kaum zu toppen sind.
Für wen lohnt sich die Gaggia Classic Pro?
Die Entscheidung für oder gegen eine Espressomaschine hängt stark von den eigenen Erwartungen, dem Erfahrungsgrad und der Bereitschaft ab, sich mit dem Thema Kaffee intensiv auseinanderzusetzen. Die Gaggia Classic Pro richtet sich ganz klar an eine bestimmte Zielgruppe – und ist nicht für jeden Haushalt automatisch die beste Wahl. Wer jedoch in die Welt des Espresso-Handwerks eintauchen möchte, findet hier eine Maschine mit Charakter und Entwicklungspotenzial.
Perfekt für ambitionierte Einsteiger
Wer über die ersten Vollautomaten-Erfahrungen hinaus ist oder den Sprung vom Kapselsystem zum echten Barista-Feeling wagen will, trifft mit der Gaggia Classic Pro eine gute Wahl. Sie bietet ausreichend manuelle Kontrolle, um das eigene Verständnis für Extraktion, Mahlgrad und Temperatur zu entwickeln – ohne dabei technisch zu überfordern. Der 58 mm Siebträger bringt bereits professionelle Voraussetzungen mit, die sich später mit Zubehör und Modifikationen weiter ausbauen lassen.
Geeignet für erfahrene Home-Baristas mit Upgrade-Ambitionen
Fortgeschrittene Nutzer, die sich bereits mit Espresso-Theorie und -Praxis auseinandergesetzt haben, werden die Gaggia Classic Pro als modifizierbare Basis zu schätzen wissen. Ob PID-Steuerung, OPV-Anpassung oder neue Dampfdüse – wer gerne bastelt und optimiert, kann das Maximum aus ihr herausholen. Auch als Zweitmaschine für das Büro oder die Ferienwohnung ist sie dank ihrer Robustheit und Wartungsfreundlichkeit beliebt.
Weniger geeignet für Komfortliebhaber
Wer morgens nur schnell einen Knopf drücken will oder sich nicht mit Mahlgrad, Tamperdruck und Temperaturverhalten befassen möchte, wird mit der Gaggia Classic Pro vermutlich nicht glücklich. Der Verzicht auf Display, Automatikfunktionen oder PID-Regelung bedeutet: Hier wird noch selbst Hand angelegt – mit allen Freiheiten, aber auch Verpflichtungen.
Ideale Voraussetzungen für technikaffine Nutzer
Wer Spaß daran hat, Technik zu verstehen und zu verbessern, findet in der Gaggia Classic Pro eine Art „Projektmaschine“. Die große Community, zahllose Tutorials und Ersatzteile fördern den Austausch und erleichtern das Modding. So wächst die Maschine mit den eigenen Fähigkeiten – und wird mit der Zeit oft besser als im Originalzustand.
Die Gaggia Classic Pro lohnt sich vor allem für Menschen, die mehr wollen als nur schnellen Kaffee. Sie bietet ein intensives Lernfeld, begleitet Nutzer über Jahre und ist ein verlässlicher Partner auf dem Weg zum perfekten Espresso – vorausgesetzt, man ist bereit, Zeit, Geduld und ein wenig technisches Interesse zu investieren.
FAQs – Häufig gestellte Fragen zur Gaggia Classic Pro
Wie lange dauert es, bis die Gaggia Classic Pro einsatzbereit ist?
Die Gaggia Classic Pro benötigt etwa 5 Minuten, um auf Betriebstemperatur zu kommen. Für optimale Ergebnisse empfiehlt es sich jedoch, der Maschine etwas mehr Zeit zum Durchheizen zu geben, insbesondere wenn auch die Tassen vorgewärmt werden sollen.
Kann man mit der Gaggia Classic Pro auch Milchschaum für Cappuccino zubereiten?
Ja, die Gaggia Classic Pro ist mit einer Dampfdüse ausgestattet, die das Aufschäumen von Milch ermöglicht. Für feinporigen Milchschaum empfiehlt sich allerdings ein Upgrade der Dampfdüse, zum Beispiel auf das Modell der Rancilio Silvia.
Ist die Gaggia Classic Pro anfängerfreundlich?
Die Maschine eignet sich gut für ambitionierte Einsteiger, die bereit sind, sich mit dem Thema Espresso auseinanderzusetzen. Sie bietet keine Automatikfunktionen, was zunächst eine gewisse Lernkurve mit sich bringt – aber auch viel Raum zum Wachsen lässt.
Muss die Gaggia Classic Pro regelmäßig entkalkt werden?
Ja, besonders bei hartem Leitungswasser ist regelmäßiges Entkalken wichtig. Abhängig von der Wasserhärte und Nutzungshäufigkeit sollte die Maschine alle 2 bis 3 Monate entkalkt werden, um die Lebensdauer zu erhöhen und gleichbleibende Qualität zu sichern.
Welche Mühle passt zur Gaggia Classic Pro?
Da die Gaggia Classic Pro mit einem 58 mm Siebträger arbeitet, ist eine präzise einstellbare Espressomühle empfehlenswert. Modelle wie die Eureka Mignon, Baratza Sette oder die Graef CM800 (für den Einstieg) harmonieren gut mit der Maschine.
Lässt sich die Gaggia Classic Pro auch mit E.S.E.-Pads verwenden?
Ja, im Lieferumfang ist ein spezieller Siebeinsatz für E.S.E.-Pads enthalten. Die Verwendung dieser Pads kann praktisch für den schnellen Bezug sein, liefert jedoch meist nicht dieselbe Qualität wie frisch gemahlener Kaffee.










